Böse, bitterböse, Postillon
Im Netz wird ja viel Unfug getrieben, aber manchmal eben mit Stil. Das bitterböse Nachrichten-Blog “Der Postillon” beispielsweise ist ein Kleinod an gewiefter, journalistischer Hinterhältigkeit mit stark eingegrenztem Wahrheits-, aber umso höherem Unterhaltungswert. Den Leser erwarten Hohn und Spott auf allerhöchstem Niveau, vielleicht sogar noch ein wenig verwegener als beim Klassenprimus “Titanic”. Beispiel gefällig? Gleich auf der Startseite befindet sich eine Anzeige für das “politisch semikorrekte Minderheitenquartett”, in dem man als genetisch einwandfreier Besitzer “Juden, Nazis, Neger und Schwule” gegeneinander “ausspielen” kann. Nun handelt es sich hierbei um keinen redaktionellen Inhalt, aber eine Artverwandtschaft des Kartenspiels zum Medium selbst ist augenscheinlich.
Wer sein Unglück am Montagmorgen auf der Arbeit oder an der Uni mal wieder nicht fassen kann, wird als halbwegs toleranter Mensch mit ausgeprägtem Hang zu bitterem Humor im “Postillon” Linderung finden. Bereits ein Artikel kann wahre Wunder wirken, wobei sich die Dosis natürlich beliebig erhöhen lässt. Rubriken wie “Religion”, “Politik”, “Sport”, “Wirtschaft”, “Leute” uvm. werden gleichermaßen ad absurdum geführt. Keine Frage: Der “Postillon” ist ein Gewinn für die Medienlandschaft, dem mehr Publizität durchaus gut zu Gesicht stünde. Also: Weitersagen!
Euer
Studimensa-Team









