Kino- und Medien-Blog “Cinemazine”
Der Blog “Cinemazine” glänzt nicht durch überbordende Information oder ein anspruchsvolles Design, sondern durch ehrliche, sachkundige Meinung. Die Kategorie “5 Minuten nach dem Film” beispielsweise suggeriert den ersten Eindruck nach Verlassen des Kinosaals, geht thematisch aber doch deutlich tiefer.
Hierdurch wird in den Bewertungen der Filme subjektiver Eindruck sehr lesenswert mit allerhand Details und Drumherum vermischt. Keine Frage: Hier versteht sich die Autorin nicht nur als Cineast, sie ist es auch tatsächlich. Beispiel gefällig? Hier die derzeit jüngste Kritik zu IRON MAN 2 im Wortlaut:
Der galanteste Superheld des Marvel Universums erklimmt die Kino-Charts und ist ziemlich gut. Ein solider Teil 2. Solide, weil nicht so pointiert und gewitzt wie der geniale IRON MAN Teil 1. Ist aber auch schwer ranzukommen (offizielle Website: ironman2-derfilm.de).
Alle Welt erfuhr Ende Film Teil 1, dass der brillante Größenwahnsinnige und Egozentriker Tony Stark (Robert Downey Jr.) die ultimative Kampfmaschine IRON MAN verkörpert und erschaffen hat. Nach ein paar Jahren Höhenflug, am Anfang von IRON MAN 2, fehlt Tony Stark der (innere) Antrieb. Die Brennzelle in seiner Brust schafft Probleme – Abnutzungserscheinungen. Und der Lack kriegt Kratzer ab, denn die Regierung hat die von Starks Enterprises entwickelten Iron Man Kampfanzüge (Mach I bis III) als Waffen identifiziert, die dem Militär zur Landesverteidigung zustehen, und klagt das ein vor Gericht. An der Front der fiese Waffenlobbyist Justin Hammer (Sam Rockwell), der sein eigenes Imperium erschaffen will und sich durch resolute Wendehalsigkeit auszeichnet. Wirklich brenzlig wird es, als Whiplash (Mickey Rourke) mitzumischen beginnt, eine dreckige, geniale Ausgeburt eines russischen Arbeitslagers und eines Wissenschaftlers mit dem einzigen Fokus, seinen Vater zu rächen. Whiplash weiß von seinem Erzeuger, der mit Tony Stark’s Vater zusammen gearbeitet hat, wie Kampfanzüge konstruiert werden. Seine Feuerpeitschen und Kampfdrohnen bereiten dem geschwächten Tony Stark ernstliche Probleme. Da kommt es gut, dass Tony Stark talentierte Freunde um sich versammelt wie Pepper Pots (Gwyneth Paltrow), seine unerschütterlich mütterliche Sekretärin, Colonel James “Rhodey” Rhodes (Don Cheadle) vom Militär oder Natasha Romanoff (Scarlett Johansson) und Nick Fury (Samuel L. Jackson) von irgendeiner Geheimorganisation. Da wird’s undurchsichtig, aber auch nicht so wichtig. Tony Stark wurschtelt sich durch und siegt.
IRON MAN Teil 1 hat das perfekte Superhelden-Timbre und ist weiterhin die gelungenste Marvel Produktion (u.a. HULK mit Ed Norton). Slapstick-Witz wechselt mit Action, es dengelt und spratzt, IRON MAN darf sich selbst erschaffen und gegen die Waffenlobby anstinken in ausgezeichnet komponierten Actionszenen. IRON MAN 2 verzettelt sich da eher bei den vielen Personen, der Slapstick-Witz bleibt relativ außen vor, die Leichtigkeit fehlt, Ironie und Coolness sind nicht so brilliant. Das mag die Story aus Teil 2 nicht hergeben, doch fehlt die Inspiration in jeder Szene, die Teil 1 auszeichnet. Seltsamerweise schleppt sich der Filmbeginn in Schwung, doch geht’s dann besser weiter. Sitzenbleiben sollte man bis ganz zum Schluss nach dem Abspann. Für Kenner der Marvel-Verfilmungen erübrigt sich diese Info. Teil 3 steht an – ich freu’ mich drauf.
Ich freue mich auch; und zwar auf weitere messerscharfe Beiträge aus dem Hause “Cinemazine“, wobei ein bisschen mehr Liebe zum cineastischen Detail auch an anderer Stelle durchaus wünschenswert wäre. Ich persönlich war letzte Nacht jedenfalls erschrocken, wie leblos-routiniert und zuweilen phrasenhaft das ZDF in seinem an sich ja löblichen “Kinotipp” Russel Crowes neuestes Historienspektakel “Robin Hood” versendet hat.
Beste Grüße
Euer Studimensa-Team









