Tabula Gaza

In diesen Tagen findet man sie überall auf den Titelseiten – die Ausschreitungen in Ägypten in Zusammenhang mit dem Mubarak-Regime. In Deutschland sind kritische Berichte über das Regime üblich, doch in Ägypten wird freie Meinungsäußerung unterdrückt und die größte regimekritische Zeitung Al-Masry Al-Youm verkauft täglich nur 200.000 Exemplare unter 80 Millionen Bürgern. Das Internet erreicht da oft viel mehr Leser. Auch der deutsch-ägyptische Student Philip Rizk blogt auf http://tabulagaza.blogspot.com mit Vehemenz über die derzeitige Lage in seiner Heimat. Ein mehr als unterstützenswertes Unterfangen.

In vielen Krisenregionen spielt sich kritischer Journalismus immer mehr in der Blogosphäre ab. In Ländern, in denen Journalisten mit Zensur und Verfolgungen zu kämpfen haben, bietet sich die Anonymität des Internets an, regimekritische Gedanken zu verbreiten. In Ländern wie dem Iran und aktuell auch in Ägypten ist die zensurfreie Blogosphäre den Machthabern längst ein Dorn im Auge. Sie wissen ganz genau um die Gefahr, die hiervon ausgeht.

Auch der 28-jährige Philip Rizk betreibt ein Blog, in dem er seine Gedanken zu den momentanen Kämpfen um Machterhalt, Demokratie und Selbstbestimmung äußert. Er postet auf „Tabula Gaza“ Videos und Fotos, die er auf der Straße gemacht hat und ist der Ansicht, dass das Internet durch die Verbreitung von Bildern und Meinungen mithelfen kann, den Widerstand für die gute Sache zu formieren.

Seit 2006 bloggt Philip Rizk über politisch und gesellschaftlich relevante Themen und wurde deshalb vor zwei Jahren von Mubaraks Sicherheitskräften verschleppt und mehrere Tage gefangen halten. Doch für Rizk ist Wegschauen ein Fehler. Gerade jetzt – in der Krise – kämpft er mit seinem Blog für Meinungsfreiheit in Ägypten. Hoffentlich hält er durch!

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